„Angenommen ist ein Schwelbrand in der Fertigungshalle beim Kartonagenlager“ gibt Lempp gegenüber dem SÜDKURIER Auskunft. „Im Gebäude befinden sich mehrere Personen, die es aus der stark verrauchten Halle zu retten gilt.“ Die beiden zehnjährigen Mädchen Lena und Magdalena, sowie der 13-jährige Michael mimen die Verletzten. Von der Notfalldarstellung als arg lädiert zurechtgeschminkt werden sie mit dem Löschfahrzeug zum Einsatzort gebracht. Die Einsatzkräfte, nach Alarm angerückt mit dem Wahlwieser Löschgruppenfahrzeug LF 10 und dem Espasinger Pendant LF 16, beginnen sofort damit, die verrauchte Halle nach den vermissten Personen zu durchsuchen. Parallel wird mit der Brandbekämpfung begonnen. Insgesamt sind 30 Wahlwieser und etwa 20 Espasinger Feuerwehrleute im Einsatz. Aus Stockach rückt die Führungsgruppe mit ihrem neuen Einsatzleitwagen an. Sie koordiniert mit dem Einsatzleiter und dem DRK-Ortsverein Stahringen-Wahlwies den Einsatzverlauf.
„Espasingens Ortsvorsteher zündet gut gehenden Betrieb von Wahlwies an“, witzelt ein Schaulustiger, als jener in Person von Andreas Bernhart mit glimmender Zigarette eintrudelt, und sich zu seiner Wahlwieser Amtskollegin, Beate Klatt, gesellt. „Eine tolle, großangelegte Feuerwehrhauptübung vor Ort hat uns die Silkolpan-Grundstücks-Miteigentümerin Rosemarie Leonhardt ermöglicht“, freut sich die Ortsvorsteherin.
Es ist 15.35 Uhr. Vom Rathaus her hört man drei Mal die Sirene aufheulen. „Ein Gebäudebrand in Wahlwies, Zum Weierle. Mehrere Personen sind dort im Silkoplan vermisst“, tönt es aus dem Funkgerät des frisch gewählten Gesamt-Kommandanten Uwe Hartmann, der bei der abschließenden Manöverkritik nur wenig zu kritisieren, und viel zu loben hat. Hurtig kommt sein Vorgänger Frank Oßwald angesprungen. „Das lässt er sich natürlich nicht entgehen“, strahlt sein Nachfolger. Schon hört man von Ferne mit „Tatütata“ die Feuerwehren und den Rettungsdienst. Schnell wird die Wasserversorgung vom LF 10 zum Hydranten aufgebaut. Ausgerüstet mit Atemschutz-Masken stürmt der erste Angriffstrupp mit Wasser und Stahlrohr ins Gebäude. Ungezählt viele Schaulustige verfolgen gespannt, wie Sekunden später viele Feuerwehrleute emsig ihre Aufgaben erfüllen. Während einige einen dichten Wasserstrahl auf das marode Gebäude richten, waren andere bereits erfolgreich bei der Bergung der drei jungen Verletzten.
QUELLE: Südkurier
Autor: Gabi Rieger


